Nebelschwaden wabern durch die Lüfte. Gemurmel  und Blätterrascheln unterbricht die Stille des kühlen Waldes. Dickvermummte kleine Gestalten mit Marschgepäck auf dem Rücken durchkämmen in Grüppchen das nahegelegene Wäldchen zwischen den Ortschaften Dittelbrunn und  Hambach. Sie scheuchen unschuldige Spaziergänger auf. Seht! Da vorne steigt Rauch auf. Ist das das Dorf von Asterix? Wollen die Römer das kleine Dorf wieder überfallen. NEIN! Es ist Freitag, der 13.Dezember 2014. Es ist:

WALDWEIHNACHT an der GRUNDSCHULE AM SONNENTELLER

 

 

 

Schnell erreichen die Kinder mit ihren Lehrerinnen das ersehnte Ziel. Auf einer Waldlichtung treffen sie sich. Staunend betrachten sie die vorbereitete Umgebung. „So viele Lichter!“ Der Rauch schlängelt sich aus den sogenannten „Schwedenfeuern“ hoch in die Luft und weist den Herannahenden den Weg zur Waldweihnacht – fast wie der Stern, aber dieser erscheint erst am Heiligen Abend.

 

Auf der anderen Seite der Lichtung entdecken die Ersten den auf einem Lagerfeuer stehenden, heißdampfenden Teekessel. Lecker dieser Duft. Schon ertönen die ersten Gitarrenklänge und gemeinsam singen sie das Lied: „Zeit für Stille“. Nah am wärmenden Feuer, dicht am Klassenkameraden angelehnt feiern die Grundschüler Waldweihnacht. Gebannt lauschen die Waldbesucher einer spannenden Geschichte die Frau Mohr ihnen vorliest.

 

Sie fesselt ihre Zuhörer mit der Erzählung von einem besonderen,  kostenlosen Geschenk und beschreibt Herzensangelegenheiten. Feliz Navidad erschallt und verkündet uns „Frohe Weihnachten“. Mit einer großen Kelle schenken die Lehrerinnen, den von den Schülern mitgebrachten Tee aus und verteilen süße Lebkuchen an die hungrigen Weihnachtswanderer. Schließlich gibt es noch Geschenke – nicht für die Kinder, sondern von den Kindern. Sie beschenken die Waldtiere.

 

Überall auf und um die Lichtung herum, hängen die Grundschüler ihre Meisenknödel auf und streuen das Vogelfutter auf Zaunlatten. Äpfel, Karotten und viele andere Leckereien für Waldtiere werden in eine nicht weitentfernte Wiese abgelegt. Niemand soll vergessen werden. Weihnachtsfreude weitergeben heißt das Motto! Langsam werden den ersten Weihnachtsgästen die Beine schwer. So eine Waldweihnacht und die viele frische Luft, strengt vor allem die Kleinen an. Was für ein Erlebnis!

 

Nach und nach verlässt eine Klasse nach der anderen den Ort des weihnachtlichen Geschehens und geht zurück in die Schule. Es kehrt Ruhe ein im Wäldchen. Jetzt können sich die Tiere heranschleichen und sich an den Leckereien gütlich tun. Weihnachtsfreude für alle!

Doro Schönrock-Kirchner