Rehkitzrettung

 

„Weiter nach rechts, jetzt ein Stück nach links, noch zwei Schritte nach vorne, dann bist du da!“, so kam die Anweisung per Funk bei der Rehkitzrettung an der Grund- und Mittelschule in Dittelbrunn.


Aber von vorne. Lange hatten sich die Schüler der Klasse 1c auf diesen Tag gefreut. Passend als Abschluss des Themas „Wiese“ im Heimat- und Sachunterricht kam das Ehepaar Krämer aus Gädheim bei Hassfurt, dessen Herzensangelegenheit es ist, Rehkitze zu retten. Deshalb unterstützen die beiden auch den „Rehkitzverein Unterfranken e.V.“ mit ihrer Drohne. Erfolgreich, denn dieses Jahr konnten insgesamt 200 Rehkitze vor dem Mähtod bewahrt werden.


Wissbegierig wollten die Erstklässler nicht einmal in die Pause, sondern am besten gleich alles über diese tolle Sache erfahren. Sina hatte sogar ihr Kuscheltierkitz dabei. Endlich ging es los. Frau Krämer erzählte, dass die Rehkitze von ihrer Mutter in der Wiese abgelegt werden – so sind sie vor Feinden gut versteckt. Sie hatte ein auch ein Rehkitz aus Plüsch dabei, das in einem Korb lag mit viel Gras und Blumen. Sehr junge Rehkitze versuchen sich unsichtbar zu machen, statt wegzurennen, wenn Gefahr droht. Weil das von Natur aus so angelegt ist, würden sie auch nicht wegrennen, wenn der Landwirt die Wiese mäht. Aus diesem Grund ist es so notwendig, dass sie gerettet werden. Sehr wichtig ist es, dass man sie nie mit bloßen Händen anfasst, das würde die Mutter riechen und sie nicht mehr annehmen. Nach der Rettung wird das Rehkitz von Herrn oder Frau Krämer im Wald abgelegt. Wenn sie nach ungefähr einer Stunde nachschauen, hat es die Mutter längst wieder abgeholt. Frau Krämer hat einen Film dabei von ihrer ersten Rehkitzrettung. Immer noch erzählt sie voller Begeisterung davon, denn es war sogar ein Drilling, der gerettet werden musste und dabei half ein Jäger - eine Vorstellung, die ein Kind zum Weinen brachte. Aber schnell konnte geklärt werden, dass Jäger nicht nur auf Tiere schießen, sondern auch Tierleben retten.


Nun ging es runter in den Pausenhof. Dort war Herr Krämer mit seiner Drohne schon bereit, um zu sehen, ob sich auch hier ein Rehkitz versteckt hielt. Tatsächlich! Die Wärmebildkamera zeigte eines! War das aufregend! Die Schüler sahen es ganz deutlich, hatten jedoch gut aufgepasst und rannten nicht los, denn man durfte es bei einer professionellen Rettung ja nicht berühren. Frau Krämer zog ihre Handschuhe an. „Dürfen wir mitkommen?“, fragten die Kinder aufgeregt. Über Funk leitete Herr Krämer die Rettungsmannschaft zu dem Ort, an dem sich das Kitz versteckt hielt. Fast unsichtbar und geruchlos, wie die echten Rehkitze war hier ein drittes Plüschkitz zwischen hohen Blumen versteckt. Dass Herr Krämer dabei auch einen kleinen Trick angewendet und warmes Wasser neben das Kitz gestellt hatte, merkte niemand und war hier auch nicht wichtig.


Zum Schluss sollten sich drei Kinder bei Familie Krämer bedanken. Alle Finger schnellten hoch, denn so einen Tag wird die 1c so schnell nicht vergessen, Familie Krämer auch nicht.


Herzlichen Dank!

 

 => Bilder zur Rehkitzrettung

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