Frieden, das höchste Gut

 

„Dürfen wir angesichts des schrecklichen Krieges hier ein Friedensfest machen?“, so die einleitende Frage der Elternbeiratsvorsitzenden Frau Singh-Neckermann am Anfang des Projekttages „Frieden für die Ukraine“. „Ja, wir dürfen“, war nicht nur ihre Antwort.

 

Auch Bürgermeister Willi Warmuth stellte den Appell an die Schüler, Frieden als höchstes Gut anzusehen und auch im Kleinen, im Alltag, hier an der Schule zu leben. Eindrucksvolle Beispiele aus dem Fernsehen verdeutlichten seine Botschaft: „Was zurzeit in der Ukraine geschieht ist schrecklich. Kinder verlieren ihr Zuhause. Sie müssen alles zurücklassen, was ihnen lieb und teuer ist… ihre Väter, ihr Haustier und machen sich nur mit einer Tasche bepackt auf den Weg. Darum hoffe ich, dass ihr heute möglichst viel mitnehmen könnt, dass so etwas wohl hoffentlich nie mehr passiert.“

 

Rektor Walter Schäffer begrüßte alle Zeitzeugen und Ehrengäste und war am Ende des Projekttages stolz auf die Arbeit jeder einzelnen Klasse (siehe unten), die ihr Projekt präsentierte. Ein Gänsehautmoment war sicher das Solo der beiden Achtklässlerinnen, Alexandra Moog und Julina Nestler „Lieber Herr Präsident, hast du mal Zeit für mich?“ umgetextet zum Song von Pink „Dear Mr. President“.

Das gemeinsame Lied „Hand in Hand“ führte mit 12 Sprachen (mazedonisch, südkoreanisch, serbisch, spanisch, polnisch, russisch, rumänisch, ukrainisch, italienisch, dänisch, albanisch, chinesisch) vor Augen, dass das friedliche Zusammenleben unterschiedlicher Nationen durchaus gelingen kann und bildete mit dem Steigen der Gebete-Luftballons den krönenden Abschluss. Die Brücke von Mostar, die nun den Eingang der Dittelbrunner Schule ziert, soll mit der Unterschrift jedes einzelnen Schülers auf seinem Stein noch lange an das Friedliche Miteinander erinnern.

 

Am Projekttag hat sich die Klasse 1c auch mit dem Frieden im eigenen Klassenzimmer beschäftigt. Dazu wurde die "Friedenstreppe" eingeführt, mit deren Hilfe Konflikte untereinander selbstständig und friedlich gelöst werden können.

Wünsche für den Frieden auf der Welt haben die Kinder an den Klassenbaum gehängt, der nun nicht mehr nur ein Buchstabenbaum, sondern auch ein Friedensbaum ist.

Als Zeichen des Friedens für zu Hause haben die Kinder Mobiles aus Herzen und Friedenstauben gebastelt.

Bereits im Vorfeld haben die Kinder Hintergründe für Postkarten mit dem Spruch "Alles Gute" gestaltet. Die Postkarten konnten von den Eltern bestellt und für 1 Euro/Stück erworben werden. Insgesamt wurden 80 Postkarten verkauft und am Projekttag verteilt. Abzüglich der Kopier- und Papierkosten können 56,40 Euro gespendet werden.

Aus den gemalten Hintergründen wurde am Projekttag mehrmals das Wort "Frieden" auf großen Wolken-Plakaten geklebt.

Im Religionsunterricht bei Frau Geisler haben die Kinder aus ihrenHandabdrücken Friedenstauben als Blumenstecker gestaltet.

 

Die Klasse 1b hat Postkarten in den Farben der Ukraine gemalt und um eine kleine Spende dafür gebeten. Dabei kamen 80,97€ zusammen.

 

Die Klasse 2b schrieb Elfchen zum Thema Heimat und zu Hause. Wir haben darüber gesprochen, was es für die vielen Ukrainer bedeutet, ihr zu Hause zurückzulassen.

 

So schöne Elfchen haben wir geschrieben:

 

bunt

die Heimat

Sie ist schön.

Ich spiele mit Freunden.

toll

von Hanna Zehe, 2b

 

laut

zu Hause

Es ist schön.

Ich fühle mich wohl.

lachen

von Dunya Almohamad

 

Die Klasse 2c schrieb, auf die Idee von Felias Ludwig hin, Briefe an den Präsidenten, die an die deutsche Botschaft in Moskau gemailt wurden.

Es entstanden unglaubliche tiefgreifende Briefe, obwohl die Zweitklässler dafür nur eine Stunde Zeit hatten. So schrieb Lena Kraus zum Beispiel folgendes:

 

„Lieber Herr Präsident,

wenn du ein ganz normaler Mann wärst und ich mit dir einen Tag verbringen könnte, dann würde ich dir das friedliche Leben der Deutschen zeigen und wie liebevoll sie miteinander umgehen. Ich würde dir ruhige Nächte zeigen, in denen man gut schlafen kann. Ich würde dir den Wald zeigen mit grünen Bäumen, mit Vogelgezwitscher und Tieren. Ich würde dir die Schule zeigen, wo man Freunde findet. Hast du so ein Leben noch nie erlebt? Ich weiß genau, dass du tief in dir drin ein guter Mensch bist. Du musst es nur aus dir herausholen. Ich weiß, dass du es schaffst! Du musst dir mal vorstellen wie es Menschen aus der Ukraine geht! Viele Kinder verlieren ihren Vater, weil er das Land verteidigt. Stelle dir vor plötzlich kommt deine Mutter ins Zimmer und sagt: „Wir müssen flüchten!“ Das wäre doch auch schlimm für dich, oder? Deshalb, lieber Herr Putin, bitte ich dich mit dem Krieg aufzuhören. Die ganze Welt wünscht sich Frieden. Sogar Ihre Bürger wünschen sich so sehr Frieden, also höre bitte auf! Willst du nicht in Frieden leben?

Deine Lena“

 

Im Religionsunterricht gestaltete die Klasse Friedensteller zur Dekoration des Schulhauses mit einer Friedenstaube und dem Friedenswunsch auf der Rückseite: „Suche Frieden und jage ihm nach!“

 

Ganz besonders viel Arbeit hat die Tombola gemacht, die die 2c zusammen mit ihrer Patenklasse, der 8. Klasse, vorbereitet hat. Das stolze Ergebnis von 1412 Euro, das für die Ukraine gespendet wird, jedoch lässt die ganze Mühe schnell vergessen. Wir bedanken uns bei allen für die tolle Unterstützung!

 

Die Klassen 3a und 3c schrieben ihre Wünsche und Gebete auf Kärtchen und banden diese an bunte Luftballons. Zum gemeinsamen Lied "Hand in Hand", das alle Grundschüler eingeübt hatten, ließen die Kinder ihre Ballons in die Luft steigen.

 

Die Klasse 4a hat im Rahmen des Religionsunterrichts Fürbitten und Wünsche zum Thema “Frieden” formuliert. Diese wurden anschließend auf Friedenstauben geschrieben und gesammelt zu einem “Friedensfenster” angeordnet.

 

In Frieden zu leben, das sollte für jeden Menschen eines der obersten Ziele sein. Sei es nun im Alltag, auf der Arbeit, in der Schule oder der Familie und dem Freundeskreis. Diesen Frieden müssen wir bewahren und schützen, müssen daran festhalten und darauf vertrauen, dass auch andere Mitglieder unserer Gesellschaft dieses Ziel groß schreiben.

 

Auch wenn es – zumindest ab und an – in der 8. Klasse „scheppert“, so ist sie in den letzten Wochen und Monaten gut zusammengewachsen. Viele Schüler*innen kamen neu in die Klasse und auch hier zählte zunächst, dass der Frieden in der Klasse durch Regeln und gemeinsame Werte nicht gefährdet werden darf. Jedes Mitglied dieser Gemeinschaft hat gewissen Pflichten, die er oder sie erfüllen muss.

 

In der Projektwoche zum „Ukraine-Tag“ war dies besonders wichtig. Krieg ist ein sehr trauriges, berührendes und oft erschreckendes Thema, weshalb auch die 8. Klasse ihren Beitrag leisten wollte.

 

Zum einen widmete sich ein Schülerteam der Chronik auf der Homepage, die Mitglieder der Schülerzeitung vor einiger Zeit starteten. Sie schrieben die wichtigsten Ereignisse des Ukraine-Russland-Konfliktes zusammen und sorgten so dafür, dass sich jeder auf der Homepage informieren kann und das auf einen Klick.

 

Ein weiteres Team recherchierte Antworten auf die Fragen der Grundschüler. Unsere Jüngsten verstehen den Krieg noch weniger, als wir. Deshalb trugen alle von ihnen Dinge an die 8. Klasse heran, die sie bei der Thematik beschäftigte. Diese Antworten können in Videoform auch angesehen werden! Hier der Link:

 

https://www.dropbox.com/s/0vtynwfqbv6tlee/Video%20Fragen%20der%20Grundschüler%20zum%20Krieg.MP4?dl=0

 

Alexandra – die Sängerin unserer Schulband – sang gemeinsam mit Schülern der 9. Klasse eine deutsche Version des Liedes „Dear Mr. President“. Der Text wurde auf Putin zugeschnitten und hier stellten die Musiker am Ende die Frage: Warum? Tun Ihnen die Menschen denn nicht auch leid?

Das ging unter die Haut!

 

Zwei Schülerinnen und Schüler führten ein Interview mit Kindern und Jugendlichen, die von der Situation besonders betroffen sind. Hier erhielten wir sehr interessante Einblicke!

Hier der Link: https://www.dropbox.com/s/9an0ie14wp6ngat/UniqueTmpFile.17865.MP4?dl=0

 

Vielen Dank an alle Beteiligten, wir – die 8. Klasse – empfanden den Tag als sehr gewinnbringend und emotional!