Peer-Review-Projekt

Im Rahmen des „Peer Review-Projekts“ (Robert-Bosch-Stiftung/ Deutscher Schulpreis) besuchten die Evaluatoren Kirsten Haltermann und Kerstin Jäger am 15./ 16.11.2021 unsere Schule. Für unsere Schul-Homepage schickten sie uns diesen Bericht.

 

Kinder, die in aller Herrgottsfrühe fröhlich zu Unterrichtsbeginn gemeinsam ihren Klassensong rappen

 

Jugendliche, die eine Schulversammlung mit rund 80 Schüler*innen souverän moderieren

 

Lehrkräfte, die sich zusammen mit Lesepaten, Studentinnen und Teilnehmern des Bundesfreiwilligendienstes (Bufdies) geduldig um Schüler*innen kümmern

 

Eine Sekretärin, die das nicht still sein wollende Telefon im Griff behält

 

Das sind nur einige der zahlreichen positiven Eindrücke, die wir während des Schulbesuchs vom 15.-16.11.2021 an der Grund- und Mittelschule „Am Sonnenteller“ Dittelbrunn sammeln konnten.

 

Wir, das sind Kirsten Haltermann vom Gymnasium Essen Nord-Ost und Kerstin Jäger von der Staatlichen Gesamtschule Hollfeld. Vor ein paar Jahren ließen wir uns im Rahmen der Teilnahme am Entwicklungsprogramm der Deutschen Schulakademie zu Peers, also zu kritischen Freunden, ausbilden. Unsere Aufgabe ist es, Schulen zu besuchen und den Verantwortlichen sowie Lehrenden dazu zu verhelfen, den Blick auf das Gelingende im Schulalltag zu lenken, schulische Schätze zu bergen und Entwicklungspotentiale zu erkennen. Auf diese Weise kann das Lernen und Leben in der Schule stetig optimiert werden und die in der Schule Handelnden können durch das Feedback von außen einen Motivationsschub für ihre pädagogische sowie didaktische Arbeit erhalten.

 

Herr Schäffer, der Schulleiter, hat zusammen mit seinem Kollegium zwei Fragen für uns formuliert, die wir untersuchen sollten:

1. Demokratieerziehung: Werden die Schüler*innen effektiv in Entscheidungsprozesse einbezogen? (Rechte/Pflichten der SMV)

2. Individuelle Förderung: Werden Schüler*innen, die durch die Schulschließungen während der Pandemie besonders gelitten haben, individuell gefördert?

 

Um an Daten zur Beantwortung der Fragen heranzukommen, sichteten wir die Homepage, besuchten Unterrichtsstunden, interviewten Mitglieder der Schulleitung, Lehrkräfte, Schüler*innen, Vertreter des Elternbeirats, nahmen an der Schulversammlung teil, aßen zusammen mit den Lehrkräften leckere Nussschnecken, wobei wir ins Gespräch über Schule und die Herausforderungen im Alltag kamen, und vieles mehr. Wir tauchten also ein in das bunte Schulleben an der Grund- und Mittelschule und ließen uns mitreißen von der positiven Stimmung.

 

Besonders beeindruckt hat uns das außerordentliche Engagement der Lehrkräfte, die zusammen mit externen Unterstützern, wie Lesepaten, Bufdies und Studentinnen, Maßnahmen ergreifen, um die Schüler*innen individuell beim Lernen zu unterstützen und so bestmöglich zu fördern. Das ist natürlich vor allem in der jetzigen Situation, in der viele Kinder und Jugendliche aufgrund der Schulschließungen fachliche Lücken entwickelt haben, sehr wertvoll für eine erfolgreiche Schullaufbahn.

 

Doch in der Grund- und Mittelschule geht es nicht nur um die Wissensvermittlung, sondern die Schüler*innen sollen die Schule als Lebensraum wahrnehmen und sich zu einzigartigen Persönlichkeiten entwickeln, die Verantwortung für sich/ihr Lernen/ihr Leben, für andere und ihre Umwelt übernehmen, Stellung beziehen zu aktuellen und gesellschaftsrelevanten Themen, wie Klimaschutz, und damit eine persönliche Haltung sowie Werte entwickeln. Viele Kinder und Jugendliche faszinierten uns durch ihre Verantwortungsbereitschaft. Sie wollen ihre Schule aktiv mitgestalten und sind bereit, dafür (Frei-)Zeit und Energie zu investieren. Sie gehen mit offenen Augen und Ohren durchs Schulhaus, nehmen Nöte ihrer Mitschüler*innen und auch Missstände wahr. Darüber wird nicht gejammert, sondern es werden die Köpfe zusammengesteckt und es wird diskutiert, um Lösungen zu entwickeln. Dann krempeln sie die Ärmel hoch und packen selbst mit an, um eine Schule zum Wohlfühlen zu gestalten. So konnten schon tolle Projekte realisiert werden, wie zum Beispiel ein cooles Graffiti am Schulgebäude.

 

Und in den Köpfen der jungen Leute werden noch viele weitere Ideen für die Gestaltung des Schullebens gesponnen. Die Grund- und Mittelschule bleibt damit ganz sicher auch in Zukunft für die ihr anvertrauten Kinder und Jugendlichen ein Ort zum Lernen und Wohlfühlen.

 

Wir bedanken uns für den inspirierenden Aufenthalt an der Schule und wünschen der gesamten Schulfamilie weiterhin viel Ausdauer und Energie für die täglichen Herausforderungen und die Umsetzung unserer Impulse.

 

Kirsten Haltermann und Kerstin Jäger