Liebe Eltern der Vorschulkinder!

 

Nächstes Jahr ist es vielleicht schon so weit und Ihr Kind kommt in die Schule. Der Übergang vom Kindergarten zur Grundschule stellt einen wichtigen Schritt im Leben Ihres Kindes dar. Auch für Sie wird dieser Schritt einige Veränderungen mit sich bringen und im Vorfeld sicher auch die ein oder andere Frage bei Ihnen aufwerfen. Auf einige Fragen möchten wir Ihnen hier Antworten geben:

 

1. Wann wird unser Kind ein Schulkind sein?

2. Was ändert sich für unser Kind?

3. Was ändert sich für uns als Eltern?

4. Was soll unser Kind können und wie können wir es zu Hause fördern?

5. Wie verläuft das Vorschuljahr?

 

1. Wann wird unser Kind ein Schulkind sein?

Schulpflichtig sind alle Kinder, die bis zum 30. September des Einschulungsjahres (2021) sechs Jahre alt werden.

Bei Kindern, die vom 1. Juli bis zum 30. September des Einschulungsjahres sechs Jahre alt werden, kann die Einschulung auf das folgende Schuljahr verschoben werden (= Einschulungskorridor, keine Zurückstellung).

Dies muss der Schule bis April 2021 schriftlich mitgeteilt werden, ansonsten wird das Kind schulpflichtig. Nach dem Antrag der Eltern erfolgt ein Beratungsgespräch an der Schule.

Kinder, die nach dem 30. September sechs Jahre alt werden, können auf Antrag der Eltern freiwillig eingeschult werden (nach dem 31.12. geborene Kinder mit psychologischem Gutachten).

Vorschulkinder sind alle Kinder, die bis zum 30. September sechs Jahre alt werden.

 

2. Was ändert sich für unser Kind?

Mit dem Eintritt der Kinder in die Grundschule erfahren sie einen Identitätswandel vom Kindergartenkind zum Schulkind. Das führt bei vielen Kindern schon im Vorfeld zu Stolz und Vorfreude, kann aber auch mit Unsicherheit und Angst verbunden sein. Gerade auf der Beziehungsebene kommt es zu großen Veränderungen. Die Erzieher/innen und einige Freunde aus dem Kindergarten fehlen und es müssen neue Beziehungen zur Klassenlehrkraft und zu den Mitschülern aufgebaut werden. Zudem werden von einem Schulkind mehr Selbstständigkeit und Eigenverantwortung erwartet, als es vielleicht im Kindergarten üblich war.

 

3. Was ändert sich für uns als Eltern?

Auch bei den Eltern werden unterschiedliche Gefühle ausgelöst, wenn sie an den ersten Schultag ihres Kindes denken. Vorfreude, Stolz und Zuversicht auf der einen Seite wechseln sich mit Anspannung und zuweilen auch Skepsis ab. Oft kommen Erinnerungen an die eigene Schulzeit auf und es werden schon Überlegungen zur weiteren Schullaufbahn des Kindes angestellt.

Die Änderungen betreffen hauptsächlich die Beziehungsebene sowie die Ebene der Lebensumwelt der Familie.

Der Kontakt zur Schule ist weniger eng und es findet kein täglicher Austausch mehr statt, wie es viele Eltern vom Kindergarten her gewohnt sind.

Innerhalb der Familie wird sich der Tagesablauf verändern, da die Anfangs- und Endzeiten des Unterrichts von der Schule vorgeben sind und nun weniger flexibel als im Kindergarten gehandhabt werden können. Für Schulkinder sind zudem feste Strukturen im Alltag wichtig und es muss genügend Zeit für die Hausaufgaben eingeplant werden.

Durch das Einsehen der Hausaufgaben erhalten die Eltern einen Einblick in die Methoden und Inhalte des aktuellen Lehrplans der Grundschule. Auch hier werden sich sicher einige Veränderungen zur eigenen Schulzeit feststellen lassen.

 

Um den Übergang vom Kindergarten zur Grundschule so reibungslos wie möglich für die Kinder zu gestalten, arbeiten beide Einrichtungen eng zusammen und lassen diesem wichtigen Schritt eine besondere pädagogische Aufmerksamkeit und Begleitung zukommen.

Für Eltern ist in dieser Phase der verstärkte Dialog mit dem Erzieher/der Erzieherin des Kindes wichtig.

Denn alle, Eltern, Kindergarten und Grundschule verfolgen das gleiche Ziel für die Kinder: einen gelungenen Start in die Schule!

 

 

4. Was soll unser Kind können und wie können wir es zu Hause fördern?

Der Bereich der „Schulfähigkeit“ umfasst fünf große Bereiche, in denen die Kinder Fähigkeiten bis zur Einschulung entwickelt haben sollen.

 

I. Körperlicher Bereich

II. Kognitiver Bereich

III. Motivationaler Bereich

IV. Sozial-emotionaler Bereich

V. Kommunikativer Bereich

 

Auch Sie als Eltern können Ihr Kind in diesem letzten Jahr im Kindergarten unterstützen, damit es gut in seine Schulzeit starten kann. Dafür werden im Folgenden vielfältige Fördermöglichkeiten genannt.

 

I. Körperlicher Bereich

 

a) Grobmotorik

• sicheres Hüpfen, Balancieren, Stehen auf einem Bein, Rückwärtslaufen

• Überkreuzen der Körpermittellinie

• Werfen und Fangen

Fördermöglichkeiten: vielfältige Bewegungsangebote, möglichst im Freien

 

b) Feinmotorik

• ausgeprägte Händigkeit (eindeutig Rechtshänder oder Linkshänder)

• richtige Stifthaltung

Fördermöglichkeiten: Kräftigen der Arm-, Hand- und Fingermuskulatur durch verschiedene Tätigkeiten (kneten, hämmern, backen, malen, schneiden, reißen, prickeln, Bügelperlen legen…)

 

c) Selbstpflege

• selbstständiges An- und Ausziehen, Schleife binden

• Toilettenbesuch, Hände waschen, Zähne putzen

• Mitteilen körperlicher Bedürfnisse

• eigene Adresse kennen

Fördermöglichkeit: Erziehung zur Selbstständigkeit

 

 

II. Kognitiver Bereich

 

a) Gedächtnis/Merkfähigkeit

• Wiedererkennen von Bildern

• Behalten von Liedern/Reimen

• Speichern kleiner Arbeitsaufträge und Anweisungen

Fördermöglichkeiten: Lieder singen, Abzählverse/Reime, Memory

 

b) Denkfähigkeit

• Begründungen geben können (weil-Satz)

• Ober-/Unterbegriffe kennen

• Bildergeschichten logisch erzählen können

Fördermöglichkeiten: über Bilder/Geschichten sprechen, nacherzählen

 

c) Visuelle Wahrnehmung

• Farben (Grund- und Mischfarben) kennen

• Raumbegriffe (vorne-hinten, oben-unten, rechts-links…) kennen

• gängige Formen (Kreis, Dreieck, Viereck) kennen

• Gegensätzlichkeiten (groß/klein, warm/kalt, lang/kurz…) kennen

• Ordnen nach der Größe

• Nachlegen von Figuren

• Zusammenlegen von Puzzles

Fördermöglichkeiten: verschiedene Spiele mit Farben und/oder Formen, Puzzle

 

d) Auditive Wahrnehmung

• phonologische Bewusstheit (Reime, Silben, Anlaute)

• auditive Aufmerksamkeit (zuhören können, nicht ablenken lassen durch Geräusche)

• auditive Merkfähigkeit (drei Aufträge erfüllen, Telefonnummer merken, wenig nachfragen)

Fördermöglichkeiten: Spiele zu Reimwörtern, Silben, Anlauten, z. B. Dominos, Quartett-Spiele

 

e) Zahl- und Mengenbegriff

• Zählen bis 10 vorwärts und rückwärts, auch bei unterbrochener Zahlenreihe (z. B. ab 5)

• Mengenerfassung auf einen Blick bis 5

• Mengenvergleich bis 10

• Ordnen von Mengen

• Zahlen mit Fingern „auf einen Sitz“ zeigen

Fördermöglichkeiten: Würfelspiele, Kartenspiele mit Ziffern/Bildern von Mengen, Zählen und Abzählen in Alltagssituationen (z. B. beim Tischdecken, Einkaufen, Backen, Aufräumen)

 

 

III. Motivationaler Bereich

 

• Interesse/Neugier

• Anstrengungsbereitschaft, Sorgfalt

• Konzentration, Ausdauer (15 Minuten)

• Selbstständigkeit, Selbstbewusstsein

Fördermöglichkeiten: Fragen zulassen und ernst nehmen, Neues ausprobieren lassen, Spiele zu Ende spielen, Ausmalbilder fertig malen, Geduld haben, dem Kind etwas zutrauen, loben, miteinander lachen

 

 

IV. Sozial-emotionaler Bereich

 

• Kontakte zu anderen Kindern

• Rücksichtnahme, teilen können

• Hilfsbereitschaft, Einfühlungsvermögen

• Regelbeachtung, Reaktion auf Aufforderungen

• angemessenes Konfliktverhalten (verbale Konfliktlösung, Gefühle ausdrücken)

• Frustrationstoleranz, Reaktion auf Misserfolg, Kompromissbereitschaft

• sich von der Familie zeitweise trennen

Fördermöglichkeiten: häufiges Spielen mit Gleichaltrigen, Helferdienste, klare und feste Regeln/Rituale, Eltern als Vorbild bei Konflikten, häufiges gemeinsames Spielen, dabei auch verlieren können

 

V. Kommunikativer Bereich

 

• Sprachkompetenz (ganze Sätze, Wortschatz, korrekter Satzbau, richtige Artikulation der Laute)

• Aufnahme und Verarbeitung verbaler Informationen (Anweisungen richtig verstehen und Fragen beantworten)

• Gesprächsverhalten und – bereitschaft, Kontaktaufnahme

• Abwarten, bis man sprechen darf, wenn sich gerade jemand unterhält

Fördermöglichkeiten: vorlesen, zuhören, miteinander sprechen (keine Ein-Wort-Sätze), die „Welt“ kindgemäß erklären, wenig Fernsehen, Besuch in der Bücherei, Begrüßung/Verabschiedung

 

 

Die verschiedenen Bereiche der Schulfähigkeit werden oft als Kette dargestellt. Keine Kette ist besser als ihr schwächstes Glied. Wenn nur ein Glied in der Kette fehlt, bricht die Kette auseinander. In Bezug auf die Schulfähigkeit bedeutet das, dass alle Bereiche wichtig sind.

 

Eine Zusammenfassung über die Bereiche der Schulfähigkeit sowie die Fördermöglichkeiten finden Sie im Anhang zum Elternbrief.

Außerdem können Sie sich als Eltern selbst prüfen, ob Sie schon schulreife Eltern sind. ;)

 

 

5. Wie verläuft das Vorschuljahr?

 

Neben der Vorschule im Kindergarten wird jede Kindergartengruppe, soweit es die aktuelle Situation im Moment zulässt, mindestens zwei Mal von einer Lehrkraft im Rahmen der Kooperationsstunde besucht. Hierbei finden auch ausführliche Gespräche mit den Erziehern bzw. Erzieherinnen der Vorschulkinder statt.

Über eine eventuelle Zurückstellung entscheidet die Schulleitung. Um sich ein genaues Bild machen zu können, werden vereinzelt Kinder zu einem „Screening“ eingeladen.

Die Schuleinschreibung findet im März statt. Soweit es in diesem Jahr möglich ist, werden im Sommer auch Angebote zum Kennenlernen der neuen Schule gemacht (z. B. Schulhausbesichtigung). Diese finden während der Kindergarten-Betreuungszeit statt. Die Kinder werden dabei von den Erziehern bzw. Erzieherinnen begleitet.

 

 

Wenn Sie weitere Fragen haben, können Sie sich gerne persönlich an uns wenden (Email: sekretariat@vs-dittelbrunn.de, Telefon: 09721/4739630).

 

 

Ihr Team von der Grundschule „Am Sonnenteller“ Dittelbrunn