Hinter verschlossenen Fenstern

 

„Guten Morgen aus Bremen!“ rief es froh gelaunt aus dem am 21.12.2021 geöffneten Adventskalenderfenster. Natürlich ist das Fenster nur bildlich zu sehen und die Autorin Anna Lott sprach aus dem Computer über jit.si zu den Kindern.

 

Hintergrund war, dass sich das Lehrerkollegium der Grund- und Mittelschule „Am Sonnenteller“ in Dittelbrunn für diese außergewöhnliche Adventszeit auch für die Schüler Außergewöhnliches überlegt hatte.

 

An den meisten Tagen waren die Überraschungen klassenintern, an manchen Tagen wurde das Adventskalenderfenster für alle Schüler gemeinsam geöffnet und dann war dahinter auf jeden Fall eine ganz besondere Überraschung.

 

So hatte am 6.12. jede Klasse einen eigenen Termin im Sternenzimmer des Nikolauses und die Kinder staunten nicht schlecht was der Nikolaus auch im vergangenen Jahr so alles beobachtet hatte. Wie er es dann auch noch geschafft hatte gleichzeitig im Sternenzimmer zu den Kindern zu sprechen oder sich ihre Lieder und Gedichte anzuhören und auch jeder Klasse einen Sack vor die Tür zu legen, wird wohl auch dieses Jahr wieder sein Geheimnis bleiben.

 

Am 20.12.21 fand nun die Onlinevorlesung mit der Autorin Anna Lott statt. Sie las den Kindern aus ihrem Buch „Moppi und Möhre. Weihnachten im Meerschweinchenhotel“ vor.


Da Weihnachten bevorsteht und viele Kinder ein Meerschweinchen als Haustier haben, war das Interesse sofort geweckt. In der Geschichte kommen, wie auch bei vielen Familien üblich, Verwandte zum Weihnachtsfest zu Besuch. Als die Verwandtschaft allerdings auch ihr Haustier, eine Katze mit riesengroßen grünen Augen mitbringt, beginnt die Aufregung, denn die Meerschweinchen fordern unter lautem Quieken ins Meerschweinchenhotel gebracht zu werden, in dem sie sich bereits während der Sommerferien eine Auszeit gegönnt haben.

 

Das Meerschweinchenhotel steht unter der Leitung von Annabella (Mensch), die die Meerschweinchen mit einer riesengroßen Überraschung begrüßt: einem Weihnachtsbaum! Natürlich ist der Weihnachtsbaum im Meerschweinchenhotel kein Christbaum, sondern eine Gurke, die mit Möhren und Erdbeeren geschmückt ist. Er sieht so lecker aus, dass Moppi, das verfressene Meerschweinchen, ihn am liebsten gleich aufessen würde. Als der Gesang von Meerschweinchen Elvis allen zu sehr auf die Nerven geht, beschließen sie in die Sauna zu gehen, die das Hotel natürlich auch besitzt, und weil sie Maiskörner auf den Saunaofen legen, haben sie bald ganz viel Spaß bei einem wunderbaren Popcornbad, zu dem auch Elvis dazukommt. Am Abend sind alle schrecklich müde und gehen schlafen. Mitten in der Nacht bemerkt Möhre, dass Moppi verschwunden ist und weckt die anderen Hotelgäste auf. Unten am Weihnachtsbaum schleicht eine Gestalt herum, die in der Dunkelheit nicht gut zu erkennen ist. Sie fährt mit Helm und Schlittschuhen auf dem Swimmingpool, der zu einem Teich gefroren ist, und macht andere seltsame Dinge. Ob es gar das Weihnachtsschweinchen ist, das ganz viele Geschenke bringt? Auf einmal entdeckt die Gestalt alle Meerschweinchen am Fenster und Nacktmeerschweinchen Nacki ruft: „Weg vom Fenster! Wer dem Weihnachtsmann ins Gesicht guckt, kriegt keine Geschenke!“ Wer die seltsame Gestalt gewesen ist, ist auch am Ende der Lesung noch nicht klar. War das Moppi, das Weihnachtsschweinchen oder gar ein Einbrecher?

 

Klar ist aber, dass das Adventskalenderfenster noch nicht geschlossen wurde, denn die Kinder hatten noch viele Fragen an die Bremer Autorin: „Wollten Sie schon immer Autorin werden?“, fragte Felias. Tatsächlich wollte Anna Lott schon immer Autorin werden und hielt schon als Kind Sachen in Büchern fest, sogar Haarsträhnchen, zu denen sie Geschichten schrieb. Außerdem lernte sie wie man Geschichten schreibt: Sie arbeitete lange beim Radio und Fernsehen, stand auf der Bühne und studierte Literatur- und Theaterwissenschaften.

 

„Haben Sie noch andere Bücher geschrieben?“, fragte Sina aus der 2c und June wollte wissen ob Anna Lott berühmt ist. Die erste Frage konnte die Autorin mit „Ja, inzwischen mehr als 20“ beantworten. Für berühmt hält sie sich selbst nicht und ist froh darüber, weil sie sich das als ziemlich lästig vorstellt. „Dann müsste ich mich ja immer und überall gut benehmen. Schrecklich!“, sagte sie mit einem Augenzwinkern.

 

Nick interessierte es ob man als Autor viel Geld verdient, die 4c fragte wie man überhaupt auf so krasse Ideen kommt und Max wollte wissen ob sie selbst ein Meerschweinchen hat. „Meine Familie und ich können gut von dem Geld leben. Manchmal fallen mir beim Spazierengehen gute Ideen ein. Die spreche ich dann in mein Handy und schreibe sie zu Hause auf. Dann muss ich sie überarbeiten, wohl ähnlich wie bei euch, wenn ihr einen Aufsatz schreibt! Auf die Idee mit den Meerschweinchen bin ich tatsächlich gekommen, weil meine Kinder zwei Meerschweinchen haben.“

 

Nicht nur, weil ihnen das Buch so gut gefallen hat, sondern, weil Anna Lott auch Autogrammkarten in Aussicht gestellt hat, werden einige Kinder ihren Wunschzettel wohl noch erweitern. Hoffentlich geht er an die richtige Adresse, denn für Menschenkinder ist ja das Christkind und nicht das Weihnachtsschweinchen zuständig.

 

Rektor Walter Schäffer und Konrektorin Daniela Behr bedankten sich ganz herzlich bei der Autorin Anna Lott, die sich die Zeit nahm und die Kinder mit ihrer Meerschweinchengeschichte, während der doch auch für Kinder schweren Zeit, verzaubern konnte.